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Regen im Urlaub - manchmal machst du alles richtig und das Ergebnis ist dennoch nicht gut




Ich war am Eibsee. Diesen See als traumhaft zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Leider finde ich keine bessere Beschreibung: Er ist einfach zauberhaft und unglaublich schön. Touristen aus der ganzen Welt kommen hierher, um von diesem Ort aus den Schnee der Zugspitze zu erleben oder sich mit dem Tretboot auf das in prächtigen Farben leuchtende, kristallklare Wasser zu wagen. Normalerweise. Doch heute war alles anders.


Seit ich mit einem Teleobjektiv fotografiere, ist mir der Fokus wichtiger denn je geworden. Je nachdem, wie ich die Schärfe einstelle, bekomme ich ein völlig unterschiedliches Bild zu sehen. Wenn ich auf Nah fokussiere, wird der Hintergrund verschwommen. Bei Fernstellung erscheinen nahe Objekte nur als Fleck. Bei diesem Bild liegt der Fokus auf den Menschen im Boot. Der See wird ausgehend vom Boot leicht unscharf, der starke Regen manifestiert sich lediglich als Gestalter der Wasseroberfläche. Würde mein Fokus auf der Regenwand liegen, würde man das Boot und das Wasser nur erahnen können. Und dieses Bild ist großartig! Denn auch unser Inneres fokussiert oft, ohne uns zu fragen. Sehr oft auf die Regentropfen.


Den Spruch: „Regen im Urlaub“ habe ich für meine Mitarbeiter erfunden und immer wieder verwendet. Immer dann, wenn sie mit Dingen zu mir kamen, die zwar unpassend und erschwerend waren, sich jedoch leider nicht ändern ließen. Oft ärgerten sie sich über die Zentrale, unzuverlässige Lieferanten oder schwierige Kunden. Anstatt sie zu akzeptieren und trotz der offensichtlichen Probleme nach guten Lösungen zu suchen, fokussierten sie auf die Störung und wollten diese abstellen. Damit waren sie für andere Optionen blockiert. „Regen im Urlaub“ verwende ich für alle Dinge, die unangenehm sind, aber dennoch nicht zu ändern sind. Stattdessen sollte der Fokus geändert werden. Den Tag trotz Regens genießen. Sich nicht einmal ein bisschen ärgern. Lösungen suchen und mit dem Regen leben. Klar, kein Mensch braucht Regen im Urlaub. Doch leider kann kein Mensch den Regen abstellen. Und Ärger darüber raubt uns nur die Kraft, die wir dringend für die Lösungssuche benötigen.


Also beim nächsten Regen im Urlaub: Augen zu und durch oder Regenschirm auf und volle Kraft voraus.

 
 
 

6 Kommentare


Mitchel
Mitchel
26. Juni

Vielen Dank für diesen wirklich super Text! Die Idee, dass man trotz aller Bemühungen manchmal einfach Pech mit dem Wetter im Urlaub hat, ist mir aus der Seele gesprochen. Ich erinnere mich noch gut an einen Urlaub in den Alpen, bei dem wir wirklich alles perfekt geplant hatten: die Wanderrouten, die Ausrüstung, sogar das Wetter schien anfangs mitzuspielen. Doch dann brach ein Dauerregen über uns herein, der uns fast die gesamte Woche verhagelte. Man fühlt sich dann schon ein bisschen hilflos, oder? Aber dein Beitrag hat mir gezeigt, dass es wichtig ist, auch diese Erfahrungen anzunehmen und vielleicht sogar etwas Positives darin zu finden. Die Art und Weise, wie du das Thema "Regen im Urlaub" beleuchtest, ist wirklich erfrischend anders…


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Vuong
Vuong
22. Juni

Absolut richtig, was Sie hier beschreiben! Der Beitrag regt wirklich zum Nachdenken an, denn die Idee vom "Regenurlaub" ist tatsächlich vielschichtiger, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Es gibt diese Momente, da plant man alles bis ins kleinste Detail, stellt sicher, dass man wirklich alles richtig macht, um die Zeit bestmöglich zu genießen, und dann spielt das Wetter trotzdem nicht mit. Man ist innerlich schon darauf vorbereitet, und trotzdem trübt es die Stimmung. Was ich mich oft frage, wenn so etwas passiert: Was ist eigentlich der größte Fehler, den man in solchen Situationen machen kann? Meiner Meinung nach ist es, sich von der Unvorhersehbarkeit des Wetters die ganze Erholung verderben…


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Das ist ein wirklich interessanter Beitrag, den ich mir gleich mal gespeichert habe. Ich muss sagen, das Thema "Regen im Urlaub" hat mich in der Tat ziemlich überrascht, besonders der Teil, wie man damit umgeht. Am Anfang hatte ich auch meine Schwierigkeiten damit, gerade wenn man wirklich versucht, alles richtig zu machen, und das Wetter spielt trotzdem nicht mit. Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass der praktische Teil, wie man das Beste aus solchen Tagen macht, noch etwas ausgefeilter sein könnte. Es ist eine Sache, theoretisch zu wissen, was man tun sollte, aber eine ganz andere, es dann auch wirklich umzusetzen, wenn man mitten im Urlaub steckt und die Laune im Keller ist. Könnten Sie vielleicht noch ein paar konkrete…


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Ghita Nang
Ghita Nang
17. Juni

Hallo zusammen, vielen Dank für diesen wirklich interessanten Beitrag. Ich muss gestehen, der Teil über Regen im Urlaub hat mich wirklich überrascht. Bisher habe ich immer versucht, das Wetter zu meiden und bin lieber bei Sonnenschein verreist. Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, kommt mir die Idee, dass es auch Nachteile bei Regenurlaub haben könnte, sehr bekannt vor. Manchmal ist es ja gerade die Unvorhersehbarkeit, die eine Reise besonders macht. Ich erinnere mich an einen Urlaub im Harz, wo es tagelang geregnet hat. Statt enttäuscht zu sein, haben wir uns spontan für Museumsbesuche und gemütliche Abende in der Ferienwohnung entschieden. Es war eine ganz andere Art von Erholung, aber definitiv nicht schlechter. Die Vorstellung, bewusst eine Region zu wählen, in…


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Seth
Seth
15. Juni

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