Vergebung - Flucht nach vorn



Alpine Schönheit. Unglaublich wie entspannt mich diese Rehdame im Wald, hoch in den Bergen, betrachtet. Sie steht wie eine Statue und ich kann ihren Zauber in aller Ruhe genießen und auch fotografieren. Auf meine Bewegung reagiert sie mit grazilen und eleganten Weggang um 10 Meter. Ich stau


ne über die Ohren die mich auch beim Weggehen anpeilen. Aber wie immer wundere ich mich über die sehr dilettantische Flucht. Das machen die Rehe gerne so. Sie schauen zurück, sehen zu, analysieren statt von der Gefahr entschieden wegzurennen. Der Angreifer kann sich immer wieder gut anpirschen.


Sie sind mir ein Bild für meine Verletzungen. Wenn mir eine Ungerechtigkeit, ein seelischer Schmerz zugefügt wurde dann neige ich dazu Wut, Hass und Rachegedanken zu entwickeln. Ich verharre, bleibe stehen und schaue ständig zurück. Richtig wäre zu vergeben und wegzugehen. Sich gar nicht mit dem Angreifer zu befassen. Loslassen und sich selbst retten. Nicht vergeben ist wie Gift trinken in der Hoffnung, dass die Verletzungsquelle daran stirbt. Vergebung ist vorrangig für uns gedacht und nicht für den Täter. Wir müssen heile werden. Und loslassen. Nicht die Rache ist das Ziel sondern die rettende Flucht in die Vergebung.


„Sprich nicht: »Wie du mir, so ich dir! Ich zahle jedem heim, was er mir angetan hat!«“

König Salomo in ‭‭Sprüche‬ ‭24:29‬ ‭HFA‬‬

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